Über uns

Wer sind wir?
Sind wir eine Selbsthilfegruppe?
Wie ist die Gruppe entstanden?

Sind die Treffen verbindlich?

Wie soll ich vorgehen, wenn ich mich für eine Teilnahme interessiere?

Unternehmt ihr sonst noch Aktivitäten?

 Wer sind wir?

Wir sind junge Menschen, die einen Elternteil durch Suizid verloren haben (Alter momentan: 12 bis 35 Jahre; weibliche und männliche Mitglieder). Bei einigen von uns liegt der Suizid eines Elternteils erst kurz zurück, bei anderen sind es schon zehn oder mehr Jahre.

Wir sind in zwei Gruppen organisiert, eine in Bern und eine in Zürich. Wir treffen uns für zwei Stunden an einem Montagabend monatlich (Bern) bzw. Donnerstagabend alle zwei Monate (Zürich).

Es geht uns darum, gegenseitig Tipps und Anregungen im Umgang mit den Erlebnissen im täglichen Leben zu geben. Der vertraute «Raum» für unsere Fragen, Ängste und Gefühle erlaubt es uns, die eigene Geschichte zu verarbeiten und loszulassen.

 Sind wir eine Selbsthilfegruppe?

«Selbsthilfegruppe» oder «Interessengruppe»: Die Bezeichnung ist für uns nicht zentral. Wir sehen uns als eine Gruppe, in der man sich austauscht und damit bei uns Betroffenen eine Art Selbstheilung auslöst. Ebenso sind wir der Meinung, dass die meiste Zeit unserer Abende für den gegenseitigen Gedankenaustausch genutzt werden soll.

Wichtig: Nebelmeer ist politisch und konfessionell neutral.

 Wie ist die Gruppe entstanden?

Menschen, die ihren Partner durch Suizid verloren haben, können sich in den geführten Selbsthilfegruppen vom Verein Refugium treffen. Jörg Weisshaupt leitet zusammen mit einer betroffenen Person solche Gruppen in Zürich.
Für die Kinder von Suizidenten gab es bisher keine Selbsthilfeangebote. Sie bleiben oft sich selbst überlassen, weil sich die Betreuer eher um den zurückbleibenden Elternteil kümmern. Dieser überträgt seinen Kindern manchmal Aufgaben, denen sie nicht immer gewachsen sind (andere Wohnung suchen, Hausräumung, «Partnerersatz»).
Deshalb begann Jörg Weisshaupt im Frühjahr 2004 in Zürich mit einer Gruppe Betroffener, mit dem Nebelmeer. Seit 2009 trifft sich zudem eine Gruppe in Bern.

 Sind die Treffen verbindlich?

Es ist für den Zusammenhalt der Gruppe wichtig, dass das «Geben und Nehmen» gelebt wird. Dies bedingt natürlich eine aktives Team, sprich regelmässige Teilnahme an den Treffen. Wann die Treffen stattfinden, siehst du in der Agenda.

 Wie soll ich vorgehen, wenn ich mich für eine Teilnahme interessiere?

Gerne laden wir dich für einen Schnupperabend ein!
Wenn du gerne eine Gruppe besuchen möchtest, melde dich bei box@nebelmeer.net.

 Unternehmt ihr sonst noch Aktivitäten?

Nebenbei widmen wir uns vereinzelt, sehr individuell und absolut freiwillig der Aufklärung unserer Gesellschaft über die ‚Survivors’ (Hinterbliebenen) von Suiziden oder der Suizidprävention.

aktuelles Portrait von Anna:

 

Zitat von Esther:

"Die Gruppe war ein guter Raum für mich, um den Suizid zu verarbeiten. Wir hatten eine starke gemeinsame Basis, verstanden einander, ohne allzuviel erklären zu müssen. Für andere Menschen ist das alles schwierig nachvollziehbar und demzufolge brauchen sie mehr Erklärungen. Und dazu hat man in der Trauerphase manchmal keine Kraft oder Lust. Auch wenn ich schlussendlich meine eigene Geschichte selbst aufarbeiten durfte, erfuhr ich in den Gesprächen in der Gruppe, wie andere damit umgingen. Dadurch war mir mein Schicksal verständlicher - ich war und bin nicht die Einzige, der so etwas passiert ist. Ich fühlte mich aufgehoben."

Zitat von Gabi:

Als ich zufälligerweise im Internet auf die Selbsthilfegruppe Nebelmeer stiess, lag der Suizid meiner Mutter bereits einige Jahre zurück und ich hatte einen passablen Weg gefunden, damit umzugehen. Doch schon das erste Treffen zeigte mir, das mir trotzdem noch etwas sehr Wichtiges gefehlt hatte -- Menschen, die wirklich verstehen. Ich durfte erzählen, ohne Angst haben zu müssen, mein Gegenüber zu überfordern, und ich durfte zuhören, mitfühlen und mittragen. All das war ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in ein unbeschwertes und glückliches Leben.

Hier ein Zitat, weshalb M. der Gruppe beigetreten ist:

Ich habe den Selbstmord meines Vaters - ganz typisch Mann - erst einmal vor mich hergeschoben und erst noch gemeint, es gehe mir eigentlich ganz gut. Als meine Schwester und ich in die TV-Sendung «QUER» eingeladen wurden bin ich jedoch schlagartig eines Besseren belehrt worden: Ich sah mit meinen eigenen Augen und spührte mit meinen eigenen Gefühlen, dass alle anderen Betroffenen in dieser Sendung viel, viel weiter mit ihrer Verarbeitung des Geschehens waren als ich. Das hat mich dazu veranlasst, dieser Gruppe beizutreten. Ich kann es jedem, und vor allem jedem Mann, der dieses schlimme Geschehnis auch erleben musste, nur empfehlen, hier mitzumachen. Ob das nun «männlich» ist oder nicht, spielt hier nun wirklich keine Rolle!

Wir freuen uns auf dich!